Geschichte
die geschichte des kaffees.
Kaffee begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten — als Handelsgut, Ritual und kulturelles Phänomen. Seine Geschichte erklärt auch, warum er bis heute weit mehr ist als nur ein Alltagsgetränk.

— mehrere Jahrhunderte, drei Kontinente, eine Bohne. Die Reise beginnt im äthiopischen Hochland.
herkunft & verbreitung.

— Traditionelle arabische Dallah-Kaffeekanne vor Wüstenkulisse
Hinter jeder Tasse Kaffee steht nicht nur landwirtschaftliche Arbeit, sondern eine jahrhundertealte Geschichte. Sie führt von Äthiopien über den Jemen bis in die Kaffeehäuser und Handelsrouten der Welt.
Der Mythos vom Hirten Kaldi
Die Geschichte des Kaffees beginnt im äthiopischen Hochland. Dort liegen die Ursprünge von Coffea arabica, jener Kaffeeart, die die Kaffeekultur der Welt über Jahrhunderte besonders stark geprägt hat.
Um die Entdeckung des Kaffees ranken sich bis heute zahlreiche Legenden, allen voran die Erzählung vom Ziegenhirten Kaldi, dessen Tiere nach dem Verzehr der roten Kaffeekirschen ungewöhnlich lebhaft geworden sein sollen. Ob wahr oder nicht: Die Geschichte zeigt, dass Kaffee seit jeher mehr war als nur ein landwirtschaftliches Produkt. Er war von Anfang an auch Mythos, Faszination und kulturelle Entdeckung.
Mokka — Hafen des Kaffees
Seinen eigentlichen Aufstieg zum Getränk und Handelsgut begann Kaffee jedoch nicht in Äthiopien, sondern im Jemen. Dort wurde er kultiviert, verarbeitet, getrunken und erstmals systematisch gehandelt. Die Hafenstadt Mokka wurde zu einem der frühesten Zentren des Kaffeeexports und prägte den Ruf des Kaffees weit über die Region hinaus.
Von der Arabischen Halbinsel aus verbreitete sich Kaffee im gesamten orientalischen Raum und gelangte über Handelswege schließlich nach Europa.

Aus einer regionalen Pflanze aus Ostafrika wurde nach und nach ein weltweites Genussmittel.

Drei Städte, drei Stationen
Mit dieser Verbreitung begann eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Über das Osmanische Reich, die Mittelmeerhäfen und die großen Handelsstädte Europas fand Kaffee seinen Weg in neue Märkte, neue Gesellschaften und neue Alltagsrituale.
Städte wie Istanbul, Venedig und Wien wurden zu wichtigen Stationen dieser Entwicklung. Was zunächst als exotische Besonderheit galt, wurde Schritt für Schritt Teil des urbanen Lebens.
Istanbul
~1554
Erstes Kaffeehaus der osmanischen Hauptstadt — Treffpunkt für Händler, Gelehrte, Dichter.
Venedig
~1645
Erstes Kaffeehaus Europas. Über die Seerouten kommt Kaffee in die Lagunenstadt.
Wien
1685
Johannes Diodato erhält das Privileg zum Kaffeeausschank — Beginn der Wiener Tradition.
Vom Lokalen zum Globalen
Im Zuge des globalen Handels und der Ausweitung des Anbaus verbreitete sich Kaffee schließlich auch nach Asien sowie nach Mittel- und Südamerika. Damit wurde aus einem lokal verwurzelten Produkt ein globales Gut mit weltweiter wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Bedeutung.
Bis heute erzählt jede Tasse Kaffee deshalb auch ein Stück Weltgeschichte.
ritual und weltwirtschaft.

Kaum ein anderes Genussmittel vereint Kultur, Alltag und Weltwirtschaft so selbstverständlich wie Kaffee. Gerade diese doppelte Bedeutung macht ihn bis heute so faszinierend.
Als Kulturgut
Kaffee ist eines der wenigen Produkte, das sich über Jahrhunderte zugleich als Kulturgut und als Wirtschaftsgut etabliert hat. Einerseits steht er für Rituale, Begegnung, Gastfreundschaft und Genuss.
Er steht für die kleine Pause zwischendurch ebenso wie für das lange Gespräch, für den schnellen Espresso an der Bar ebenso wie für die ausgedehnte Stunde im Kaffeehaus. Kaffee wird nicht einfach nur getrunken — er wird zelebriert, geteilt und mit Lebensgefühl aufgeladen.
Als Wirtschaftsgut
Andererseits ist Kaffee Teil globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten. Hinter jeder Tasse steht eine lange Kette aus Anbau, Ernte, Aufbereitung, Export, Import, Röstung, Verpackung, Logistik und Verkauf.
Millionen Menschen leben weltweit direkt oder indirekt vom Kaffee. Gerade deshalb ist Kaffee nie nur eine Frage des Geschmacks — sondern auch eine Frage von Herkunft, Qualität, Handel, Preisbildung, Nachhaltigkeit und Verantwortung.
~ 70 Länder
bauen Kaffee im Gürtel der Tropen an
~ 25 Mio.
Kleinbauernfamilien weltweit
~ 2,25 Mrd.
Tassen Kaffee werden jeden Tag getrunken
Nº 1
meistgehandeltes tropisches Agrarprodukt


themen der modernen kaffeewelt
faire Entlohnung · transparente Lieferketten · schonender Ressourceneinsatz · langfristige Partnerschaften · Herkunftstransparenz · Qualität & Rückverfolgbarkeit
Wer Kaffee wirklich verstehen will, sollte ihn deshalb nicht nur als Getränk betrachten — sondern als Produkt mit Geschichte, kultureller Tiefe und wirtschaftlicher Tragweite. Geschmack beginnt nicht erst in der Tasse, sondern lange davor.
wien und der kaffee.

— die Wiener Ringstraße im Winter — zwischen Burgtheater, Fiaker und Kaffeehaus
Kaum eine europäische Stadt ist so eng mit Kaffee verbunden wie Wien. Die Wiener Kaffeehauskultur ist bis heute ein prägender Teil der städtischen Identität — und zeigt anschaulich, wie aus einem global gehandelten Produkt ein lokales Kulturgut werden kann.
Wie der Kaffee nach Wien kam
Wie der Kaffee genau nach Wien kam, ist historisch nicht vollständig geklärt. Einer bekannten Legende nach fand der polnische Offizier Jerzy Franciszek Kulczycki nach der zweiten Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1683 zurückgelassene Kaffeesäcke und eröffnete damit eines der ersten Kaffeehäuser der Stadt.
Historiker verweisen hingegen auf Johannes Diodato, der am 17. Jänner 1685 von Kaiser Leopold I. das Privileg erhielt, in seinem Haus in der Wiener Innenstadt Kaffee auszuschenken. Mit ihm beginnt die dokumentierte Geschichte des Wiener Kaffeehauses.
Vom Adel zum Bürgertum
Schon im 18. Jahrhundert entstanden in Wien immer mehr Kaffeehäuser. Kaffee blieb nicht länger nur den adeligen und wohlhabenden Kreisen vorbehalten, sondern wurde zunehmend auch vom Bürgertum entdeckt. Das Kaffeehaus entwickelte sich rasch zu einem Ort, an dem man sich traf, austauschte, Zeitung las und das Geschehen der Stadt verfolgte. Wer wissen wollte, was in Wien und in der Welt passierte, ging auf einen Kaffee.
wohnzimmer, arbeitsraum, debattierklub.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erlebte die Wiener Kaffeehauskultur ihre große Blüte. Entlang der Ringstraße und in der Innenstadt entstanden jene Häuser, die das Bild des klassischen Wiener Kaffeehauses bis heute prägen.
Das Kaffeehaus war weit mehr als ein Ort des Konsums. Es war Wohnzimmer, Arbeitsraum, Debattierklub und Rückzugsort zugleich.
die zutaten des klassikers
hohe Räume · Marmortische · Thonet-Sessel · Zeitungsstangen · Billardtische · Kellner in traditioneller Haltung · Samtbezüge · Kristallluster · Parkettböden
Das Wiener Kaffeehaus war eine Art demokratischer Klub — offen für alle, die sich eine Tasse Kaffee leisten konnten.
— zugeschrieben Stefan Zweig
Café Central, Griensteidl, Herrenhof und viele andere wurden zu Treffpunkten für Schriftsteller, Künstler, Intellektuelle und Politiker. Hier wurde geschrieben, gelesen, diskutiert, gestritten und gedacht. Viele Ideen, Texte und Projekte entstanden an kleinen Marmortischen bei einer Melange oder einem Mokka.
Eine eigene Sprache des Kaffees
Mit der Zeit entwickelte sich in Wien auch eine eigene Sprache des Kaffees. Die Wiener Kaffeekarte kennt zahlreiche Spielarten — oft weniger durch die Bohne als durch Milch, Obers, Glas, Tasse oder Servierart definiert. Sie sind längst mehr als bloße Getränke: sie sind Teil der Wiener Identität.
Melange
Wiener Klassiker: Mokka bzw. Espresso mit heißer Milch und Milchschaum
Einspänner
Doppelter Mokka im Glas mit dichter Schlagobershaube
Kleiner Brauner
Einfacher Mokka mit einem Schuss Obers oder Milch
Großer Brauner
Doppelter Mokka mit etwas Obers oder Milch
Kapuziner
Mokka mit wenig Obers — benannt nach der kapuzinerbraunen Farbe
Franziskaner
Melange mit Schlagobers, oft mit Schokostreuseln

— Wiener Kaffeespezialität mit Schlagobers

— Klassischer Kellner mit Tablett in typischer Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre
Heute — zwei Kaffeewelten in einer Stadt
Das heutige Wien ist zwei Kaffeestädte in einer. Die klassische Kaffeehauskultur ist seit 2011 als immaterielles Kulturgut in Österreich bei der UNESCO eingetragen — ein Zeichen dafür, wie stark Kaffee in Wien mit Alltag, Gesellschaft und kultureller Identität verbunden ist.
Parallel dazu hat sich in den letzten etwa 15 Jahren in Wien — wie auch in anderen europäischen Großstädten — eine neue Szene entwickelt: Third-Wave Coffee versteht Kaffee als differenziertes Genussprodukt und legt den Fokus auf faire Lieferketten, schonende Röstung und präzise Brühmethoden. Moderne Third-Wave-Cafés sind vor allem beim jüngeren Publikum beliebt.
Wien vereint damit zwei Kaffeewelten: die klassische Kaffeehauskultur und die zeitgemäße Interpretation des Spezialitätenkaffees.
Die großen Häuser
Mit Institutionen wie dem Café Central, Landtmann, Sacher, Prückel oder Sperl bleibt das klassische Wiener Kaffeehaus bis heute lebendig — beliebt bei Einheimischen ebenso wie bei Gästen aus aller Welt.
Café Central · Landtmann · Sacher · Prückel · Sperl · Hawelka · Demel
Die neue Szene
Moderne Cafés und Röstereien prägen eine neue Kaffeekultur — mit Single Origins, helleren Röstungen, Filtermethoden und handwerklicher Präzision rücken sie Herkunft, Varietät und Transparenz in den Mittelpunkt.
Single Origin · helle Röstungen · Pour Over · Barista-Handwerk · Transparenz · Direct Trade
jede tasse erzählt weltgeschichte.
Von Äthiopien über Mokka und Istanbul bis Wien — Kaffee hat Kontinente, Kulturen und Generationen verbunden. coffienna erzählt diese Geschichte weiter: mit kuratierten Kaffees, ausgewählten Röstereien und Wiener Kaffeekultur.
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